Montag, 28. Mai 2012

Fragment über Rückhalt und Rückenprobleme

Einen zentralen Begriff möchte ich in diesem Zusammenhang erläutern, den Begriff „Rückhalt“: Wir gehen davon aus, dass der Mensch in jeder Entwicklungsphase unterschiedliche Arten von Rückhalt benötigt. Steht dieser Rückhalt in der jeweiligen Umgebung nicht zur Verfügung, wird er als eine Art „Selbst-Rückhalt“ (eine Art körperliches „Ego“ oder falsches Selbst-System) antrainiert. Es macht starr und unbeweglich. Auch dieser Vorgang kann für spätere und chronische Rückenprobleme verantwortlich zeichnen.


Schon der Fötus erfährt Rückhalt in der Gebärmutterwand, dies ist die Ur-Matrix, die erste prägende Erfahrung von Halt in der menschlichen Entwicklung. Dem Baby, das Geborgenheit, Sicherheit und liebevolle Zuwendung im Kontakt mit der Mutter erfährt, muss sich nicht versteifen, sondern kann sich loslassen, hingeben und anvertrauen: es fühlt sich gehalten und bleibt frei von Fallangst.


Von der Phase an, in dem das Kind laufen lernt, wird der väterliche Rückhalt, welcher die Unterstützung von Autonomie und der Fortbewegung – auch fort von der Mutter – bedeutet, für die weitere Entwicklung wesentlich. Der Halt in mütterlicher Bindung (der die Vorderseite des Körpers betrifft) und des väterlichen Rückhalts für die Impulse von Autonomie sind die beiden Polaritäten, die für die Entwicklung des Menschen von fundamentaler Bedeutung sind. Gerade eine gesunde Balance zwischen Autonomie und Bindung bildet die wichtigste Voraussetzung für jeden Kontakt und für jede Beziehung.


Foto: VKD

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