Donnerstag, 23. Februar 2017

SEINSORIENTIERTE KÖRPERTHERAPIE (152): Tiefenentspannung in der seinsorientierten Körpertherapie

Foto: pixabay
Wie ich ausgeführt habe, handelt es sich bei den frühkindlichen Impulsen zur Tiefenentspannung im Kontakt es um ein fundamentales bio-emotionales Bedürfnis.

Welche Folgerungen ergeben sich dadurch für die körpertherapeutische Arbeit?

Zunächst erscheint es mir von zentraler Bedeutung zu sein, ob ein Körpertherapeut in der Lage ist, mit seinem Klienten in diese tiefen Trance- und Entspannungszustände einzutauchen. Die Hingabe an Verschmelzungserfahrungen in Verbindung mit einem anderen Menschen ist eine völlig andere Erfahrung, als diesen Zustand allein zu erleben. Sie schließt den Kreis eines bio-emotionalen Grundbedürfnisses, das, wie wir gesehen haben, in der frühen Mutter-Kind-Beziehung unbeantwortet blieb.

Der Säugling musste auf dieser Entwicklungsstufe bereits lernen, seine vegetative Wahrheit abzuspalten. Die Individualisierung des Kindes beginnt mit dem Paukenschlag einer Beziehungsverweigerung in der Säuglingsphase. Die Verleugnung der körperseelischen Wirklichkeit wird Fundament für Selbstbeziehungs- und Bindungsdefizite.

In der seinsorientierten Körpertherapie kann dieser tiefe Kontakt, zunächst generell mit den Zuständen von Entregung, lustvoller Entspannung und Trance reaktualisiert und schließlich in der verbundenen Trance energetisch revitalisiert werden.

Dieser Zustand, der auf einer unsichtbaren Ebene die Verbindung und den Austausch von Herzcode-Informationen ermöglicht, stellt ein Zustand tiefster und subtilster Bindungserfahrung dar. Als Erwachsene kennen wir ähnliche Erlebnisse in postorganistischen Trancezuständen, die ebenfalls eine eindrückliche Erfahrung auf der Entregungsebene darstellen.

In der postorgastischen Trance findet sich ein Erfahrungsraum, der von tiefen Gefühlen von Liebe und Verbundenheit zum Partner geprägt sein kann. Die postorgastische Trance stellt die prägende Bindungserfahrung im Bereich der erwachsenen Sexualität dar, bzw. seine Vermeidung kann ein wichtiger Hinweis auf eine Bindungsstörung darstellen. Der Austausch von Herzcode-Informationen geht ein her mit dem hohen Level an Bindungshormonen (Oxytocin und Prolaktin), die mit dem Orgasmus ausgeschüttet und in der postorgastischen Phase ihre Wirkung ausüben.

(Fortsetzung folgt)