Montag, 1. Februar 2016

SEINSORIENTIERTE KÖRPERTHERAPIE (61): Die Macht der Spiegelungsbedürfnisse im eigenen Seelenleben

Die seelischen Abgründe von VIPs und Protagonisten der medialen Spiegelungssucht erscheinen in den Dämonen, die ihre Leben trotz Ruhm und Geld beherrschen und die vom Boulevard geifernd der Vermarktung zugeführt werden: seelische und sexuelle Verirrungen, Tragödien, Süchte, psychische Verwerfungen jeder Art, Krankheiten seelischen Ursprungs usw.

Das allein, könnte man meinen, sollte doch die Verlogenheit der Glücksversprechen auf Basis der Spiegelungssucht entlarven. Aber den Wald vor lauter Bäumen wirklich zu sehen, ist bekanntlich ein schwieriges Unterfangen.

Die Unzufriedenheit und Freudlosigkeit, mit der sich der moderne Mensch in seinen sozialen Systemen bewegt, von der Liebesbeziehung über die Familie bis hin zu den Institutionen der Gesellschaft sprechen eine deutliche Sprache.

Kurzum: Spiegelungssucht als Suche im Außen, in der äußeren Welt, erweist sich als eine Sackgasse, die weder Liebe, Heimat noch Frieden in der Beziehung zu sich selbst und anderen Menschen schafft. Sie ist kein Weg zur Freiheit, zur Transformation des „innerseelischen Bürgerkriegs“ (siehe die Eingangskapitel).

Doch gibt es Wege, die aus der Falle der Spiegelungssucht führen?

Achtsamkeit über die Macht der Spiegelungsbedürfnisse im eigenen Seelenleben

Der erste Schritt besteht darin, Achtsamkeit für die eigene seelische Wirklichkeit aufzuwenden, mithilfe des inneren Beobachters sich über den Ist-Zustand der eigenen Spiegelungsbedürfnisse klar zu werden. Dies ist eine aufwändige, zunächst durchaus unangenehme Aufgabe.

Es geht um die Wahrnehmung der eigenen inneren Gedanken- und Gefühlsströme, in denen sich zeigt, welchen Raum solche Spiegelungsphantasien und –bedürfnisse einnehmen. Es geht um die Wahrnehmung der Wahrheit, wie groß dieser Raum ist, wie häufig sich die inneren Dramen und Dialoge, auch in dem eingangs eingeführten Phänomen des „innerseelischen Bürgerkriegs“, um diese Spiegelungsbedürfnisse drehen.

(Fortsetzung folgt)