Montag, 10. Oktober 2016

SEINSORIENTIERTE KÖRPERTHERAPIE (118): Die dialogische Berührung

Vergiss den Tänzer, das Zentrum des Egos. Werde zum Tanz. (Osho)

Aus diesen Erkenntnissen stellt sich naheliegenderweise die Frage, wie denn eine körpertherapeutische Berührung aussehen könnte, die überwiegend nicht-intentional wirkt und den o. a. Fallstricken zu entgehen vermag.

Grundsätzlich sei angemerkt, dass es eine 100%ige Absichtslosigkeit und damit Abwesenheit von Intention sicherlich in praxi selten geben dürfte und schon gar nicht regelhaft. Aber es lassen sich Tendenzen und Voraussetzungen beschreiben, welche die Wirkungslogik des Intentionalen deutlich verringert, neue Räume und Möglichkeiten von Berührung eröffnen. Diese speisen sich aus anderen Quellen als denen der mentalen Logik und des Ego-Verstands.

Drei Prinzipien, deren Gemeinsamkeit in einer grundlegende veränderten Haltung in Bezug auf die körpertherapeutische Tätigkeit beruht, möchte ich thesenhaft voranstellen:

•    Das Unbewusste und die Wirklichkeit der Körperseele und der Herzenergie funktionieren nach dem Prinzip der Zeitlosigkeit.
•    Die Dekonstruktion des Egos und die Rekonstruktion der Liebe bilden das heilende Agens jeder Berührung,
•    Der Dialog mit der Körperseele des Klienten und nicht die Zeit schafft den Rahmen, innerhalb dessen Transformation stattfindet.

Betrachten wir nun diese Prinzipien einmal genauer und einzelnen.

(Fortsetzung folgt)

Foto: pixabay