Freitag, 25. März 2016

SEINSORIENTIERTE KÖRPERTHERAPIE (78): Einstimmung, Gefühlsanklang und Bindung


Als Einstimmung definiere ich also den Austausch von seelischen Informationen auf der Seinsebene. Dieser Austausch vollzieht sich auf der Grundlage des identischen energetischen Niveaus, man könnte etwas vereinfacht sagen, immer dann, wenn zwei oder mehr Menschen in der gleichen „Stimmung“ sind.

Einstimmung wird verhindert, findet nicht statt, wenn dies nicht der Fall ist, z. B. der eine ruhig und entspannt, der andere aufgeregt und voller Spannung ist.

Diese Einstimmung realisiert sich zwischen zwei und mehr Menschen, in Gruppenprozessen oder in sozialen Zusammenhängen. Sie realisiert sich in der Partnerschaft, in der Familie, in Teamsitzungen im Beruf, auf Massenveranstaltungen, seien sie ideologisch, religiös oder einfach nur moderne Popkultur.

Überall dort, wo nicht nur das Gehirn, sondern auch die bio-emotionale, seelische Wirklichkeit von Menschen angesprochen wird, kann es zu diesem Einstimmungsphänomen kommen. Wir finden es auf Demonstrationen, in der Kirche, im Fußballstadion, auf Rockkonzerten. Die Seele des Einzelnen verbindet sich auf der gleichen Frequenz mit der Seele anderer Menschen und kann sich zur Massenseele verbinden. Darum wissen auch jeder Popstar und jeder populistische Demagoge.

Aus diesen Beispielen wird ersichtlich, dass es offenbar unterschiedliche Qualitäten von Einstimmung geben kann. Allen gemeinsam ist eine „emotionale Resonanz“, eine identische „Stimmung“, die sich herstellt.

Aber was geschieht hier eigentlich genau? Wie kommt es zu den unterschiedlichen Qualitäten dieser bio-emotionalen Verbindungen. Wann ist eine Einstimmung eine oberflächliche singuläre Erfahrung, wann hinterlässt sich bleibende Spuren in der Persönlichkeit, also wird zu einer transformativen Erfahrung?

Das erste wichtige Element, das in Einstimmungsprozessen zur Geltung kommt, nenne ich den Gefühlsanklang. Damit bezeichne ich ein authentisches seelisches Mitgefühl, das der inneren Wahrheit der authentischen Seele, des Herzens und nicht dem Gehirn entstammt.

Die rezeptive Fähigkeit, von außen kommende authentische bio-energetische Informationen aufzunehmen und in sich schwingen zu lassen, tritt im Kontaktprozess hinzu. Der Gefühlsanklang ist der Ton, der im Organismus erklingt. Er kann an- und abschwellen, kann sich verbinden mit den Tönen, die von außen kommen.

Dies geschieht in jedem Kontaktprozess. Die Töne zweier Organismen verschmelzen und erklingen in einem gemeinsamen Ton. Nur dann, wenn sich Menschen auf identischem Frequenzbereich verbinden und aufeinander einstimmen, findet also der Austausch authentischer bio-emotionaler Informationen, Kontakt und Verbindung statt. Wiederholt sich dieser Prozess mit bestimmter Verbindlichkeit, entsteht Bindung.

(Fortsetzung folgt)